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Lohngefälle zwischen Ost- und Westdeutschland bleibt hoch

Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass gleiche Arbeit nicht gleich bezahlt wird

  • Lesedauer: 2 Min.

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Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung verdient man in Ostdeutschland noch immer weniger Geld für die gleiche Arbeit wie im Westen.
Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung verdient man in Ostdeutschland noch immer weniger Geld für die gleiche Arbeit wie im Westen.

Düsseldorf. Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung verdienen Beschäftigte in den neuen Bundesländern auch bei gleicher Qualifikation deutlich weniger als Arbeitnehmer in Westdeutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Danach beträgt der Lohnabstand bei Beschäftigten gleichen Geschlechts, im gleichen Beruf und mit vergleichbarer Berufserfahrung 16,9 Prozent. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Böckler-Stiftung hatte fast 175.000 Datensätze des von ihm per Umfrage erstellten Lohnspiegels ausgewertet.

Neben Unterschieden in der Wirtschaftskraft ist nach Einschätzung der WSI-Forscher die geringere Verbreitung von Tarifverträgen ein wesentlicher Grund für den Lohnrückstand in den neuen Ländern. »Bei den Tariflöhnen haben die Gewerkschaften inzwischen eine weitgehende Angleichung zwischen Ost und West durchsetzen können«, sagte der WSI-Tarifexperte Malte Lübker. So habe das Tarifniveau in Ostdeutschland 2018 bei 97,6 Prozent des Westens gelegen.

»Aber Tarifverträge können nur da wirken, wo sie auch verbindlich angewendet werden«, sagte Lübker. Er verwies auf Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, nach denen 2018 in den neuen Ländern nur 45 Prozent der Beschäftigten nach einem Tarifvertrag bezahlt wurden. Im Westen seien hingegen 56 Prozent gewesen.

Auch der neue Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit hat ein deutliches Lohngefälle festgestellt. Im Jahr 2018 hätten ostdeutsche Vollzeitbeschäftigte immer noch rund 16 Prozent weniger pro Monat verdient als solche in Westdeutschland, heißt es in dem in der vergangenen Woche vorgestellten Bericht. Allerdings sei die Lohnlücke zwischen Ost- und West Jahr für Jahr kleiner geworden, 2017 habe sie noch 19 Prozent betragen.

Auch zwischen den ostdeutschen Bundesländern gibt es der WSI-Untersuchung zufolge ein Lohngefälle. In Brandenburg sei, auch aufgrund des prosperierenden Berliner Umlandes, der Rückstand im Vergleich zum Westen der Rückstand mit 13,9 Prozent am geringsten. Schlusslicht im Osten sei Sachsen, wo die Verdienste um 18,2 Prozent unter dem Niveau für vergleichbare Tätigkeiten im Westen lägen.

Besonders groß ist der Lohnrückstand der Studie zufolge bei Beschäftigten, die nach ihrer betrieblichen Ausbildung eine kaufmännische Fortbildung oder eine weitere technische Qualifikation erworben haben. Hier verdienten Beschäftigte in Ostdeutschland 18,4 Prozent weniger als im Westen. Bei Tätigkeiten, für die in der Regel ein Hochschulabschluss Voraussetzung sei, betrage der Rückstand hingegen 15,4 Prozent. dpa/nd

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