Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Ecuadors Staatschef verhängt Ausnahmezustand

Mehr als 270 Festnahmen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei

  • Lesedauer: 2 Min.

Quito. Nach Massenprotesten gegen seine Regierung hat Ecuadors Staatschef Lenín Moreno den Ausnahmezustand verhängt. »Um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten und Chaos zu verhindern«, sagte Moreno am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung in der Hauptstadt Quito. Unter dem Ausnahmezustand kann Moreno auch Militär auf den Straßen einsetzen, die Bewegungsfreiheit einschränken und die Medien zensieren. Der Ausnahmezustand gilt zunächst für 60 Tage. Die Proteste hatten sich an Benzin- und Dieselpreiserhöhungen entzündet.

In Ecuador sind die Preise für Benzin und Diesel seit einiger Zeit drastisch gestiegen, was Proteste in der Bevölkerung ausgelöst hat. Die Demonstranten machen Moreno für den Anstieg der Preise verantwortlich, nachdem er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen hatte. Im Gegenzug wurde seiner Regierung vom IWF zur Auflage gemacht, die in den 70er Jahren eingeführten staatlichen Kraftstoffsubventionen zu senken.

Auch von Kleinbauernförderung ist zwei Jahre nach dem Amtsantritt von Lenín Moreno in den Ministerien kaum mehr die Rede. Moreno warf den Demonstranten vor, sie wollten seine Regierung destabilisieren. »Das werde wir nicht erlauben«, betonte das Staatsoberhaupt.

In zahlreichen Städten blockieren Busse und Taxis die Straßen. Der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen, Menschen kamen nicht zur Arbeit und Geschäfte blieben geschlossen. Die Polizei ging gegen die Demonstranten vor und nahm mehr als 270 Menschen fest, wie die Sicherheitskräfte mitteilten. Zudem gab Ecuador kürzlich bekannt, die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zu verlassen, um mehr Öl fördern und damit die Einnahmen steigern zu können. Agenturen/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln