Werbung

Wut und Verschwörungstheorie

Philip Malzahn über die Proteste in Irak und was Iran damit zu tun hat

  • Von Philip Malzahn
  • Lesedauer: 1 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Proteste im Irak: Wut und Verschwörungstheorie

Mehr als hundert Tote und 4000 Verletzte - das ist die Bilanz der Protestwelle, die seit vergangenen Dienstag über Irak rollt. In verschiedenen Städten gehen überwiegend junge Männer auf die Straße, um ihren Unmut über Armut, Arbeits- und Perspektivlosigkeit sowie Korruption zu zeigen. Dabei bekennen sich die Protestierenden bewusst zu keiner der vielen Parteien im Land, denn ihre Wut gilt, laut eigenen Aussagen, der gesamten Politik.

Mit einem Sozialpaket möchte die Regierung sie nun beschwichtigen, doch dafür könnte es zu spät sein. Stattdessen bahnt sich weiteres Blutvergießen an. Faleh al-Fayyad, Anführer der Haschd al-Schaabi, einer paramilitärischen Dachorganisation, der über 40 verschiedene schiitische Milizen angehören, hat sich bereit erklärt, die Regierung zu verteidigen, jegliche Rebellionsversuche zu unterdrücken.

Rückendeckung erhält er dafür aus Teheran, denn die Haschd al-Schaabi werden hauptsächlich durch Iran unterstützt. Das religiöse Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, wittert nämlich hinter den Protesten eine Verschwörung aus dem Ausland. Er verurteilte »die Feinde«, die einen Keil zwischen die beiden Nachbarländer treiben wollen. Dass Iran selbst der ausländische Staat ist, der am meisten Einfluss auf die irakische Politik ausübt, scheint er dabei zu vergessen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!