Werbung

Die Stunde der Zyniker

Wolfgang Hübner über den Angriff der Türkei auf syrische Kurden

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Kurden protestieren in Hamburg gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien mit einem Banner mit der Aufschrift
Kurden protestieren in Hamburg gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien mit einem Banner mit der Aufschrift "Türkische Armee raus aus Afrin und Süd-Kürdistan!"

Recep Tayyip Erdogan hat seinen Ruf als gnadenloser Zyniker wieder einmal bestätigt. Die Rechte und Interessen des syrischen Volkes hätten höchste Priorität für die Türkei, erklärte deren Präsident kurz vor dem Überfall. Er teilte dies nach eigenen Angaben dem russischen Präsidenten mit, wenige Stunden vor Kriegsbeginn.

Kommt ganz darauf an, wen er zum syrischen Volk zählt. Offenbar nicht die Kurden Nordsyriens, denn gegen die und ihre YPG-Miliz richtet sich der von Bombardierungen eingeläutete Angriff. Erdogan will die ihm verhassten Kurden verdrängen, sein Einflussgebiet erweitern - auch gegen die syrische Armee - und Flüchtlinge aus Syrien in der besetzten Region ansiedeln.

Offenbar gibt es weltpolitisch niemanden, der ihn aufhält, weil Syrien ohnehin allen nur als Spielball gilt. Donald Trump hat mit dem US-Truppenabzug aus der Region genau die kurdischen Milizen zum Freiwild erklärt, die bisher erfolgreich gegen die islamistischen IS-Terroristen vorgegangen sind. Russland, das einerseits Syriens Präsident Assad unterstützt und andererseits eine Machtachse mit der Türkei bildet, wollte oder konnte Erdogan nicht von dem Waffengang abhalten. Und die EU fordert nun Zurückhaltung, ist aber klammheimlich froh, dass Erdogan seine Flüchtlingsprobleme Richtung Syrien entsorgt und nicht Richtung Europa. Zynismus, wohin man schaut. In diesem neuen Krieg, kaum dass er begann, haben sich die Großmächte schon jetzt die Hände schmutzig gemacht.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!