Wie Fäuste von den Lippen

Poesie als Trotz: Die Polin Olga Tokarczuk und der Österreicher Peter Handke erhalten den Nobelpreis für Literatur

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Olga Tokarczuk

Litt ein Romantiker wie Novalis noch verzweifelt darunter, das Unbedingte, das Hohe, das Heilige zu wollen, aber leider nur immer auf sehr profane Dinge zu stoßen, so erlebt genau dies auch Peter Handke, aber er verzweifelte nie. Er hält in seinen Romanen und Erzählungen eine große dauernde Friedenslobrede - just auf das Profane. Eine Lobrede auf jene Fülle im Erdenrund, die zum Glück unverfügbar bleibt für Zugriffe unserer verbiesterten Zivilisationsenergien. Handke setzt Poesie gegen die Durchrationalisierung der Hirne und gegen unser verfluchtes Zieldenken, gegen unser verdammtes »Gewußtwie und Gewußtwo, unsere Programme, unsere Abkürzungen, unsere Geheimnummern, unsere Zweit- und Zehntwohnungen«.

Nun ist diesem europäischen Dichter aus Österreich, Jahrgang 1942, der Nobelpreis für Literatur zuerkannt worden. Diesem Zähzornigen, dem Hoch(de)mütigen aus Griffen, wo seine Familie zu den slowenischsprachigen Kärntnern gehörte. Da war di...

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