Antisemitismus ist salonfähig geworden

Vertreter der jüdischen Gemeinden beklagen Zunahme von Übergriffen. Viele halten ihre Einrichtungen mittlerweile für grundsätzlich gefährdet

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Christina Feist befand sich in der Synagoge in Halle (Saale), als die tödlichen Schüsse fielen. Während an vielen Orten Bestürzung über die Tat herrscht, weist sie auf die Gefahren für Juden in Deutschland hin.

Sie verbringe sehr viel Zeit damit, jüdischen Freunden in Frankreich zu erklären, wie gefährlich es sei, in Begleitung mit männlichen Freunden mit Kippa eine Synagoge zu verlassen, erzählte die 29-Jährige der Deutschen Presseagentur. In Frankreich gebe es kein Bewusstsein dafür, »wie krass die Situation in Deutschland ist«. In Paris könne man noch mit Kippa auf dem Kopf herumlaufen.

Feist übte auch Kritik an der Polizei. Sie habe sich gewundert, dass vor der Synagoge keine Beamten standen, obwohl wegen des höchsten Feiertages Jom Kippur viel los gewesen sei. Das sei sie von ihrem Wohnort Berlin anders gewohnt. Es sei für sie unverständlich, dass die Polizei nicht wenigstens schneller vor Ort war, wenn schon niemand dir...


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