• Politik
  • Christen im Nationalsozialismus

Über das Ende hinaus

Mitarbeiter des »Entjudungsinstituts« machten nach dem Zweiten Weltkrieg Karriere in der Kirche.

  • Von Sebastian Haak
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Noch über das Ende hinaus wollen manche weitermachen. Einige können sogar bis zum endgültigen, unausweichlichen und absoluten Schluss - ihrem eigenen Tod - nicht davon lassen, die Thesen zu verbreiten, für die eingetreten sind, die sie teilweise selbst entwickelt haben, als die Hakenkreuzfahne über Deutschland wehte; über seinen Rathäusern und Kasernen, und auch an so mancher christlichen Kirche.

Einer dieser Unverbesserlichen, Uneinsichtigen, Unbekehrbaren ist Herbert von Hintzenstern. Der Mann, von dem eine auf 1940 datierte Schwarz-Weiß-Fotografie existiert, die ihn mit runder Brille und sauber gelegten Haaren, den Blick nach links gerichtet zeigt, war einer der jüngsten Mitarbeiter des »Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben« gewesen. Gegründet im Jahr 1939 von evangelischen Theologen, Kirchenleitern und elf Landeskirchen im Hotel auf der Wartburg in Eisenach, hatte...

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