So gutbürgerlich

Wie ich vom Metaller zum Germanisten wurde. Eine Erinnerung zu Semesterbeginn. Von Frank Schäfer

  • Von Frank Schäfer
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Ich habe mal mit einem Metaller bei der wissenschaftlichen Tagung »Metal Matters« gesprochen, der mit leuchtenden Augen, aber auch mit verzweifeltem Seufzen davon berichtete, wie lange er für die richtige Anordnung der Band-Patches und Kulimalereien gebraucht habe. So wichtig nahm ich das nicht, aber um den richtigen Metal-Dresscode war ich dennoch bemüht. Spätestens nachdem ich unser erstes Demo an Karl-Ulrich Walterbach von Noise Records geschickt hatte. Der schrieb einen netten Zweizeiler zurück und bat um einen Rückruf. Als ich ihn schließlich erreichte, stauchte er mich zusammen. Die Musik sei gar nicht mal so übel, durchaus eingängig. Dann kam das große Aber: »Aber … euer Aussehen gefällt mir überhaupt nicht, so gutbürgerlich.«

Es klang, als wollte er ausspucken. Ich sah auf das Promo-Foto, wir hatten bunte T-Shirts an, saubere Jeans, frisch geputzte Turnschuhe. »Na ja, wir wollen mit unserer Musik überzeugen …« »Du glaubst ...


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