Kanapees und Waffendeals

Das Ausstellungsprojekt »Up in Arms« in Berlin zeigt Zusammenhänge der globalen Rüstungsindustrie.

  • Von Inga Dreyer
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Cocktailgläser, feine Anzüge und edle Kleider - offensichtlich Bilder einer betuchten Abendgesellschaft. Gestört wird dieser Eindruck durch Panzer und Raketen im Hintergrund, die einer gegensätzlichen Welt entsprungen scheinen. Mit wenigen, präzisen Strichen hält die britische Künstlerin Jill Gibbon makaber und skurril wirkende Szenen fest, die man für Collagen halten könnte. Tatsächlich aber sind die Szenen echt. Gibbon treibt sich seit vielen Jahren regelmäßig auf Rüstungsmessen in London, Paris oder Abu Dhabi herum, um dort undercover Skizzen anzufertigen. Dabei anonymisiert sie die Personen - denn ihr geht es nicht um den Einzelnen, sondern um größere Zusammenhänge.

Diese globalen Strukturen des internationalen Rüstungshandels thematisiert und kritisiert die Ausstellung »Up in Arms«, die derzeit im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin zu sehen ist. Mit der Produktion und dem Verkauf von Waffen, die Menschen töten, wird viel...

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