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Black Box SPD

Alina Leimbach über den Neuanfang, der zum »Weiter so« zu werden droht

  • Von Alina Leimbach
  • Lesedauer: 2 Min.
Bringen keinen Balon zum Platzen: Die Kandidat*innen für den SPD-Parteivorsitz.
Bringen keinen Balon zum Platzen: Die Kandidat*innen für den SPD-Parteivorsitz.

Eigentlich gelten SPDler*innen als die »Roten«. Genauso richtig ist aber wohl die Bezeichnung »Black Box«. Ein schwarzer Kasten, bei dem keiner so recht weiß, was darin passiert. Die Mitglieder lassen zwar keine Chance aus, über ihre Partei zu klagen: zu bieder, zu konservativ, über alle Maßen kompromissbreit. Doch nun, wo die Parteimitglieder erstmals selbst die Chance haben, eine Parteispitze selbst zu wählen und damit für einen Kurswechsel zu stimmen, ist unklar, ob das klappt. Ähnliches ließ sich schon bei der GroKo-Abstimmung beobachten, wo am Ende ein »ja« stand.

Derzeit hat Finanzminister Olaf »Weiter so« Scholz mit Klara Geywitz gute Chancen, zumindest ins Finale des Castings einzuziehen. Viele finden trotz allem Gejammer nämlich: »Der Olaf, der hat als Finanzminister eben Erfahrung.« Dass Scholz die von vielen verhasste Agenda 2010 als Generalsekretär mitgetragen hat und beide die ebenfalls ungeliebte GroKo ganz gut finden - geschenkt. Auch das Team Christina Kampmann und Michael Roth erfährt viel Zuspruch. Tatsächlich treten die beiden jung und enthusiastisch auf. Inhaltlich stehen sie hingegen fast eins zu eins für die bisherige SPD-Politik - nur in einer schöneren Verpackung. Sei es Hartz IV oder Klimapolitik. Die Mitglieder sollten sich gut überlegen, ob sie noch einmal ein »Weiter so« riskieren können - sei es noch so erfahren oder noch so schön.

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