Mag jeder selber denken!

Der sowjetische Schriftsteller Andrej Platonow war auch der Vordenker eines ökologischen Sozialismus

  • Von Thomas Möbius
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

An einer Frage entscheidet sich in der Tat die Zukunft der Menschheit: Gelingt es uns noch, die globale Umwelt- und Klimakatastrophe zu verhindern? Dass der Kapitalismus die Probleme der Gegenwart lösen kann, ist mehr als zweifelhaft, in seiner gegenwärtigen neoliberalen Form kann er das nicht: Profit schlägt Natur.

Einer der ersten, der die ökologische Frage auch für den Sozialismus als existenziell begriff, war der sowjetische Schriftsteller Andrej Platonow (1899 -1951). Schon Anfang der 1920er Jahre warnte er: Ohne eine Wirtschaft, die mit dem Raubbau an der Natur grundsätzlich bricht und auf der Sonnenenergie beruht, werde es keinen Sozialismus geben - sondern eine »ewige Übergangsepoche«. Wie kurz dieses »ewig« sein kann, wird uns gerade bewusst.

Platonow gilt vor allem als Autor, der die »Tragödie der Sowjetunion«, die Deformation des Sozialismus unter Stalin, beschrieben hat, insbesondere in seinen Romanen »Die Baugrube« und »Tsc...


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