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Trockenheit setzt den Wäldern zu

Forstbetriebe und private Waldbesitzer in Brandenburg haben mit zum Teil sehr ernsten Auswirkungen des zweiten Dürresommers in Folge zu kämpfen

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 2 Min.

Brandenburgs Wälder werden durch die Kiefer dominiert, sie steht auf drei Viertel der Waldfläche. Der zweite Dürresommer seit 2018 macht auch dieser widerstandsfähigen Art schwer zu schaffen. Um mögliche Folgen von extremen Wettererscheinungen und Schädlingsbefall in den Beständen einzugrenzen, läuft seit vielen Jahren ein Waldumbauprogramm. Jetzt informierte das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) Waldbesitzer und Forstdienststellen in einer aktuellen »Walschutzinformation« über erhebliche Schäden auch in den Buchenbeständen.

»Symptome treten besonders in Buchen-Altbeständen auf und ähneln sich sehr stark: Allgemeine Verschlechterung der Vitalität, bereits vor der Herbstfärbung schnell vergilbende und schütter werdende Belaubung, Beginn der Vergilbung/Vertrocknung in der Oberkrone, bei starken Trockenschäden Ablösen der Rinde im Kronenbereich«, heißt es in einer am Donnerstag vom Agrar- und Forstministerium in Potsdam veröffentlichten Mitteilung. Anders ausgedrückt: Alte Bäume werfen vorzeitig ihr Laub ab, viele nachgepflanzte Buchen sind schwer geschädigt oder schlicht vertrocknet.

Brandenburg ist mit 1,1 Millionen Hektar eines der waldreichsten Bundesländer. Buchen wachsen derzeit auf rund sechs Prozent der Waldfläche Brandenburgs, vor allem im Nordosten des Landes finden sich größere Buchenbestände. Diese Laubbäume erreichen ein hohes Alter, doch sie benötigen bessere Böden und mehr Feuchtigkeit. Ihre zukünftige Bedeutung für den natürlichen Umbau der Wälder im Klimawandel muss daher neu bewertet werden.

In einer vorläufigen Waldschadensbilanz teilte das LFE mit: »Infolge des immer noch anhaltenden Wasserdefizits in den letzten Monaten sind bis September schon auf 2962,91 Hektar Dürreschäden zu verzeichnen. Besonders betroffen sind bisher die Baumarten Kiefer, Buche und Eiche.« Die Schadfläche liegt damit weit über dem Vorjahreswert (2018: 830 Hektar Dürreschäden). Eine Endauswertung der Schäden für das ganze Jahr stehe noch bevor.

Die Forstexperten empfehlen deshalb dringend, Fichten-, Lärchen-, Kiefernbestände und liegende Hölzer regelmäßig auf frischen Befall durch Borkenkäfer und Blaue Kiefernprachtkäfer zu kontrollieren. »Gegenmaßnahmen sind dort notwendig, wo die nächste Jungkäfergeneration noch nicht ausgeflogen ist«, heißt es. Vom blauen Kiefernprachtkäfer befallenes Holz sei bis Ende April 2020 zu entfernen.

Forstminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatte sich zu Monatsbeginn in Südbrandenburg über die Folgen der Trockenheit und Fraßschäden durch Insekten informiert. Dort hatte er erklärt: »Waldumbau und die Reduzierung der Folgen des Klimawandels sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben.« Vor dem Hintergrund der Anpassung der Wälder an die Folgen des Klimawandels und der Wiederaufforstung der geschädigten Wälder müssten Bund und Länder gemeinsame Lösungen anbieten.

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