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Streiks bei Lufthansa-Töchtern weiten sich aus

An mehreren deutschen Flughäfen fallen Flüge aus/ Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo will die Warnstreiks bis Mitternacht verlängern.

  • Lesedauer: 3 Min.
Flugbegleiter von Eurowings und Germanwings stehen am 27.10.2016. in Köln (Nordrhein-Westfalen) mit Plakaten der Gewerkschaft UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) bei einer Kundgebung vor der Unternehmenszentrale.
Flugbegleiter von Eurowings und Germanwings stehen am 27.10.2016. in Köln (Nordrhein-Westfalen) mit Plakaten der Gewerkschaft UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) bei einer Kundgebung vor der Unternehmenszentrale.

Berlin. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat ihre Warnstreiks von ursprünglich geplanten sechs Stunden auf 19 Stunden ausgeweitet. Bis Mitternacht soll bei den Lufthansa-Töchterkonzernen Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress gestreikt werden. An mehreren deutschen Flughäfen fielen am Sonntagmorgen bereits Flüge aus. Vielerorts hielten sich die Auswirkungen zunächst noch in Grenzen. Mehrere Airport-Sprecher schlossen am Morgen aber nicht aus, dass sich die Situation im Laufe des Tages verschärfen könnte.

Lufthansa erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Die Ufo-Warnstreiks bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmenden laut einer Ufo-Pressemitteilung mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen und Arbeitsplatzverlust gedroht. »Ein solches Vorgehen lässt leider nicht vermuten, dass es zu einer Einigung hinsichtlich unserer Forderungen kommen kann, sodass wir diesen Schritt als notwendig erachten und insgesamt von einer langen Auseinandersetzung mit massiven Streiks ausgehen müssen«, erklärte Daniel Flohr, stellvertretender UFO-Vorsitzender am Sonntag.

In den betroffenen Betrieben geht es um Gehaltserhöhung, betriebliche Altersvorsorge und Teilzeitregelungen. Die seit Montag angekündigten Streiks beim Mutterkonzern waren kurzfristig wieder abgesagt worden, weil sich Lufthansa kurzfristig bereiterklärt hatte, 2,0 Prozent mehr Gehalt zu zahlen - gefordert hatte Ufo nur 1,8 Prozent. Am Montag will die Gewerkschaft über weitere Arbeitskampfmaßnahmen beraten. Nach der Reaktion auf die Streiks bei den Tochtergesellschaften, hält Nicoley Baublies, Beauftragter des Ufo-Vorstands, auch Streiks bei Lufthansa selbst für möglich.

Am Flughafen Düsseldorf seien am Sonntagmorgen vier Verbindungen der Airline Eurowings gestrichen worden, sagte ein Sprecher am frühen Morgen. »Da wird sicherlich noch einiges dazukommen.« Auch am Flughafen Köln-Bonn fielen bereits einige Verbindungen aus, wie ein Sprecher mitteilte. Es sei aber ruhig, weil sich die Passagiere rechtzeitig informiert
hätten.

Ähnlich sah es am Morgen in München aus. »Ungefähr zehn Verbindungen sind annulliert«, sagte ein Sprecher des Airports am frühen Morgen. Größere Auswirkungen auf den Betrieb habe der Warnstreik bisher nicht. Das könnte sich im Laufe des Tages noch ändern.

Auch an Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt/Main sind am Sonntagmorgen Flüge ausgefallen. Lufthansa-Sprecher Jörg Waber sagte, bei der Konzerntochter Lufthansa Cityline seien »vereinzelt Flüge annulliert worden«. Genaue Zahlen nannte er nicht.

Am Flughafen Berlin Tegel seien 15 geplante Eurowings-Abflüge ausgefallen, sagte eine Sprecherin der Berliner Flughäfen. »Im Moment ist die Hälfte der Abflüge (der Airline) betroffen.« Außerdem fielen sieben geplante Ankünfte von Eurowings aus.

Am Hamburger Flughafen waren zunächst laut Flugplan insgesamt zwölf Abflüge und zwölf Ankünfte der Fluggesellschaft Eurowings gestrichen worden, darunter Flüge nach Neapel, Salzburg und Köln/Bonn.

In Stuttgart seien sieben Abflüge und sieben Ankünfte der Eurowings gestrichen worden, sagte eine Sprecherin des Flughafens am Sonntagmorgen. Über den Tag hinweg sind in Stuttgart demnach rund 50 Flüge von Eurowings geplant. Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden waren laut Webseite eine Ankunft und ein Abflug betroffen.

Lufthansa hatte am Sonntag angekündigt, den Flugverkehr aufrechterhalten zu wollen - allerdings war da nur von 6 Stunden Warnstreik die Rede gewesen. dpa/nd

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