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Weitere Morddrohung von Rechtsextremisten gegen Thüringer Spitzenpolitiker

Nach CDU-Spitzenkandidat Mohring erhält auch Grünen-Fraktionschef Drohmail

  • Lesedauer: 2 Min.
Dirk Adams, Fraktionschef der Thüringer Grünen
Dirk Adams, Fraktionschef der Thüringer Grünen

Erfurt. In Thüringen ist kurz vor der Landtagswahl eine weitere Morddrohung gegen einen Spitzenpolitiker publik geworden. Wie Thüringens CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring erhielt auch der Grünen-Fraktionschef im Landtag, Dirk Adams, eine ähnliche Drohmail von mutmaßlichen Rechtsextremisten, wie Adams am Montag im Mitteldeutschen Rundfunk sagte.

Der Absender der E-Mail, die in seinem Wahlkreisbüro in Nordhausen eingegangen sei, nenne sich »Cyber-Reichswehr« und kündige ein Messer- oder ein Autobombenattentat an, wenn Adams nicht bei den Grünen austrete. Adams leitete die Drohung an die Polizei weiter.

Zuvor hatte Mohring (CDU) eine neuerliche Morddrohung gegen sich öffentlich gemacht. Bis Sonntagmittag sollte er demnach seinen Wahlkampf einstellen. »Das haben Rechtsextremisten in einer E-Mail von mir gefordert, die ich vorgestern Nacht bekommen habe«, sagte Mohring am Sonntag in einem auf Twitter und Facebook veröffentlichten Video. »Wenn ich das nicht tue, dann wollen sie mich abstechen, so wie die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, oder gar eine Autobombe zünden.«

»Wir dürfen keinen Platz lassen für Hass, für Gewalt, für Aggressionen, für Morddrohungen«, sagte Mohring. Auch andere Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am kommenden Sonntag würden bedroht. Mohring hatte bereits Ende September eine Morddrohung erhalten. Der Absender der Postkarte nahm damals nach CDU-Angaben indirekt Bezug auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. In dem Drohschreiben hieß es demnach, Mohring sei die Nummer zwei, die demnächst einen »Kopfschuss« erhalte.

Auch Grünen-Chef Robert Habeck hatte im Thüringer Landtagswahlkampf Morddrohungen bekommen. In diesem Zusammenhang durchsuchte die Polizei am Freitag die Wohnungen von zwei Beschuldigten. In einem Fall soll sich ein polizeibekannter Rechtsextremer illegal Schusswaffen besorgt haben. Im zweiten Fall soll ein 27-Jähriger aus Nordthüringen öffentlich zu schweren Straftaten gegen den Grünen-Bundesvorsitzenden im Rahmen von dessen Wahlkampftour in Thüringen aufgerufen haben. AFP/nd

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