Entlang der grünen Grenze

Unzählige Spuren deutsch-deutscher Geschichte kann man bei einer Reise durch Thüringen entdecken.

  • Von Jirka Grahl
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Fast 1400 Kilometer war sie lang, die Staatsgrenze der DDR zur Bundesrepublik Deutschland: Ein monströses Ungetüm aus Streckdrahtzaun, Kolonnenweg, geharktem 10-Meter-Kontrollstreifen und mindestens 500 Metern Sperrstreifen davor.

371 Menschen verloren ihr Leben an der Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten. 763 Kilometer dieser Todeslinie bilden heute die Landesgrenze Thüringens - eines Bundeslandes, das aus den DDR-Bezirken Erfurt, Suhl und Gera hervorging.

Alles lange her, zum Glück: Vor drei Jahrzehnten fiel die Grenze - längst haben die Thüringer an vielen Stellen wortwörtlich das Gras darüber wachsen lassen. Schrecken und Leid der Trennlinie sind noch lange nicht vergessen, wie eine Reise zu den geschichtsträchtigsten Orten des Bundeslandes zeigt. Die Erinnerung wird wachgehalten.

Es ist Herbst, schnell ziehen die Wolken an diesem sonnigen Tag über die pittoresken Vulkanhügel der Rhön. Hier an der Landstraße ...

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