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Fällige Krise, permanent unterbunden

Die Erwartungen an die Zentralbanken sind so groß wie falsch. Über machtlose Herrinnen des Geldes

  • Von Stephan Kaufmann
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Für Paul Kirchhof ist die Welt aus den Fugen geraten. Der ehemalige Verfassungsrichter und Steuerrechtler sieht die »Substanz unseres Gesellschaftssystems« gefährdet. Grund: Die Zinsen liegen nahe oder unter null, Geld bringt kein Geld mehr. »In einer Welt ohne Zins sind zentrale Eigenschaften des Geldvermögens und damit des Eigentums gestört«, so Kirchhof. Die ihn zitierende »Welt« kennt den Schuldigen: Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Mit ihren Niedrigzinsen und dem Ankauf von Anleihen sorge die EZB dafür, »dass sich zurückgelegtes Geld nicht mehr vermehrt. Das kapitalistische System steht kopf.«

Was Zentralbanker und ihre Kritiker gemeinsam haben, ist die Annahme, die Zentralbank könne als Herrin des Geldes nicht nur positive Zinsen garantieren, sondern über diese Zinsen auch Inflationsrate und Wirtschaftswachstum steuern: Wenn Geld die Welt regiert, so der Glaube, dann ist Geldpolitik die Steuerungsinstan...


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