Achtung, Klangskulpturen greifen an!

Das Berliner Jazzfest kann der Eventisierung und Nivellierung nicht entkommen

  • Von Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Eins muss man Nadine Deventer lassen: Bereits in ihrem zweiten Amtsjahr als künstlerische Leiterin ist es der Kulturmanagerin gelungen, das Berliner Jazzfest gründlich zu dekonstruieren. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hatte sich die jährlich im Spätherbst stattfindende Konzertreihe (damals noch unter dem Namen Berliner Jazztage) zu einer der bedeutendsten Veranstaltungen dieses Genres in Europa entwickelt. Natürlich gab es Höhe- und Tiefpunkte, doch in der Regel bot das Festival spannende Bögen zwischen Tradition und Avantgarde, Mainstream und Experiment, Zentrum und Peripherie. Und immer ging es um Jazz, im engeren und weiteren Sinne.

Doch im Zeitalter der Eventisierung und damit auch der fortgesetzten Nivellierung des Kulturbetriebs gelten derartig »konventionelle« Formate inzwischen als altbacken und überlebt. »Konzertreihe« war gestern, heute müssen es »Rauminstallationen«, »Klangskulpturen«, »Echtzeit-Kommunikation« und »La...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.