Stolz gegen Staatsmacht

Die LGBT-Bewegung in Polen setzt sich der Diffamierung durch PiS-Regierung und Kirche zur Wehr

  • Von Johann Stephanowitz, Berlin, Warschau und Lublin
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.
Gay-Pride-Paraden haben in Warschau bereits Tradition.

An den Angriff in Białystok erinnert sich Monika Tichy, als hätte sie ihn erst gestern erlebt: »Wir waren auf dem Weg zu unserem Auto, da standen plötzlich drei Männer hinter uns. Einer von ihnen hatte einen Baseballschläger in der Hand«, berichtet die Polin, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) einsetzt. »Sie hätten uns einfach töten können.« Tichy erzählt, wie sie versuchte die Angreifer mit den Worten »Ich liebe euch« zu umarmen - da wichen die Männer zurück und spuckten ihr ins Gesicht. Und dann kam schon die Polizei.

Die ostpolnische Stadt Białystok ist zum Menetekel der polnischen LGBT-Bewegung geworden. Am 20. Juli wurde die erste Gay-Pride-Parade in der Stadt von Hunderten Hooligans attackiert. »Pride« (englisch für »Stolz«) steht in der Szene außer für die exzentrische Parade und ihre politischen Botschaften für ein Lebensgefühl: Selbstwertgefühl und Kampfansage der sich zugehör...

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