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Tarifpolitische Bruchlandung

Rainer Balcerowiak über das Vorgehen der Lufthansa gegen die Gewerkschaft Ufo

  • Von Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: 1 Min.
Ein annulierter Flug der Lufthansa ist auf einer Anzeigetafel in einem Terminal des Flughafens Stuttgart zu sehen. Bei der Lufthansa hat um Mitternacht ein 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter begonnen.
Ein annulierter Flug der Lufthansa ist auf einer Anzeigetafel in einem Terminal des Flughafens Stuttgart zu sehen. Bei der Lufthansa hat um Mitternacht ein 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter begonnen.

Trotz aller Entspannungssignale - die Tarifauseinandersetzung für die Flugbegleiter bei der Lufthansa und ihren Tochtergesellschaften ist noch lange nicht beendet. Doch schon jetzt kann man sagen, dass der mächtige Luftfahrtkonzern eine Bruchlandung hingelegt hat. Der Versuch, die kleine, aber gut organisierte Spartengewerkschaft Ufo mittels Drohungen und haarsträubender juristischer Konstrukte aus dem Unternehmen zu drängen, ist gründlich gescheitert.

Dabei schien die Gelegenheit günstig: Ufo hatte in jüngster Vergangenheit durch das dubiose Geschäftsgebaren einiger Funktionäre und interne Grabenkämpfe deutlich an Reputation unter den Kollegen eingebüßt und auch viele Austritte zu verzeichnen. Nach einem schmerzhaften, aber offensichtlich erfolgreichen Reorganisationsprozess steht die Gewerkschaft jetzt wieder da, wo sie hingehört: im Zentrum der Tarifauseinandersetzungen für das Kabinenpersonal. Zwar hatte der Konzern mit der konkurrierenden Gewerkschaft ver.di einen willigen Helfer gefunden, doch genutzt hat das nichts. Die Lufthansa gab jetzt ihre Blockade gegen die Spartengewerkschaft auf und bat fast schon kleinlaut um Aufnahme von Verhandlungen über eine Schlichtung. In diese kann Ufo jetzt mit breiter Brust eintreten. Das ist gewiss im Sinne der von ihr vertretenen Kollegen - und der gesamten Gewerkschaftsbewegung.

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