Für die Freundlichkeit

»Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt« im Berliner Friedrichstadtpalast mit Fabian Hinrichs

  • Von Michael Wolf
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Hinrichs (vorne) bringt die Versehrtheit mit

Abgekapselt schwebt er fünf Meter über der Bühne, im Hintergrund eine Wand aus Sternen. Im gleichgültigen Weltall hängt Fabian Hinrichs herum und erzählst von seiner ersten Erinnerung als Kind, als Mensch. Mit drei Jahren habe er im Zirkus gesehen, wie ein Pferd ungesichert auf einem Brett in die Höhe gezogen wurde. Auf seine Frage hin, was daran die Kunst sei, antworteten seine Eltern, der Trick sei, dass das Pferd sich nicht bewege, dass es sich nicht in die Tiefe stürze. »Die größte Frage der Philosophie ist, warum man sich nicht umbringt«, folgert Hinrichs.

Den Satz hat er von Albert Camus entlehnt. Für den französischen Schriftsteller und Philosophen bot das Leben keinerlei Sinn. Und doch - oder gerade deswegen - sei es jeden Tag, jede Sekunde wert. Camus deutete den Mythos des Sisyphos neu. Dessen göttliche Strafe lag in der Absurdität seiner Arbeit. Immerzu musste er einen Fels einen Berg hinaufstoßen. Oben angekommen, rollte er...

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