Wintershalls braune Vergangenheit

Historiker untersuchen anlässlich des 125-jährigen Firmenjubiläums die Verstrickung in den Nationalsozialumus

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Oben: In der hessischen Kaligemeinde Neuhof ist noch immer eine Straße nach August Rosterg benannt. Unten: Wintershall-Werbung aus der NSDAP-Zeitschrift »Illustrierter Beobachter« von 1939

»Herausforderungen annehmen und neue Wege beschreiten«, das zeichnet laut Darstellung von Wintershall die 125-jährige Unternehmensgeschichte aus. Das Firmenjubiläum 2019 nimmt der Vorstand des Energieriesen um Mario Mehren jetzt zum Anlass, um »kritisch« zurückzublicken.

So wurde die Rolle des Großunternehmens im »Dritten Reich« kürzlich Gegenstand einer historischen Tagung in Kassel. Wintershall hat die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG), eine Forschungseinrichtung in Frankfurt am Main, mit einer umfassenden Untersuchung der Firmengeschichte im Nationalsozialismus beauftragt. Eine erste Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2020 geplant. Drei Fachleute forschen nun über die »Volksgemeinschaft« im Konzern oder die Verstrickung der Vorstände in den Nationalsozialismus. Die verortet der Göttinger Wirtschaftshistoriker Ingo Köhler irgendwo »zwischen Opportunismus und Pragmatismus«.

Zentraler Akteur damals war August R...

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