Viereckige Augen, bezahlte Gangster und ein Kahlschlag

15. November 1989: Das letzte Pflichtspiel der DDR-Fußballer aus zwei deutschen Perspektiven

  • Von Florian Lütticke und Thomas Bachmann
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

An den 15. November 1989 erinnern sich die Hauptdarsteller auch nach 30 Jahren noch. Für Trainer Eduard Geyer bedeutet das verlorene letzte Pflichtspiel der DDR sechs Tage nach dem Mauerfall das Ende aller WM-Träume, für den Leverkusener Reiner Calmund beginnt einer der größten Coups seiner Managerkarriere.

Der Mauerfall

Die Mannschaft der DDR erhält die historische Nachricht während der Vorbereitung in der Leipziger Sportschule Abtnaundorf. »Dann hieß es, die Grenze sei offen. Es war nicht so, dass die Spieler gleich abhauen wollten, aber die Köpfe waren nicht frei«, erinnert sich der damalige Auswahltrainer Geyer. Die außergewöhnliche sportliche Chance rückt in den Hintergrund. Nach dem 2:1 gegen die Sowjetunion im Vormonat braucht die DDR nur noch einen Punkt in Österreich, um das zweite Mal nach 1974 bei einer WM dabei zu sein.

Im Westen saugt der Manager von Bayer Leverkusen alles auf, was er über die Wende erfahren k...

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