Abwind, Aufwind, Flaute

Die Stellenkürzungen beim Windanlagenbauer Enercon wecken in Magdeburg die Erinnerung an triste Zeiten

  • Von Hendrik Lasch, Magdeburg
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Der Lagerplatz ist voll. Dicht an dicht gedrängt liegen grazile Rotorblätter auf einer Freifläche der Magdeburger Niederlassung von Enercon. Der Windanlagenbauer aus dem niedersächsischen Aurich hat im Stadtteil Rothensee, weit im Norden von Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt, eine große Halle errichtet. Über ihr dreht sich träge ein Windrad; die drei Flügel verschwinden regelmäßig in tief hängenden Wolken.

Wann sich die Flügel im Wind drehen, die in der Halle zu ihren Füßen gefertigt wurden und im Lager liegen, ist unklar. »Die Höfe stehen voller Anlagen, die nicht verkauft werden können«, sagt Lutz Trümper, der SPD-Oberbürgermeister von Magdeburg, ein paar Kilometer stadteinwärts in einem Besprechungsraum des Wirtschaftsministeriums von Sachsen-Anhalt. Fast resigniert fügt er an: »Diese Industrie ist für Deutschland verloren.«

Diese Industrie: Das ist die Windkraftbranche, auf die sie in der Landeshauptstadt so große Hoffnung...


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