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Die Last des Klimawandels

Ernährungskrise in Senegal - ein Überblick

  • Von Marie von Schlieben, Weltfriedensdienst
  • Lesedauer: 2 Min.

Senegal gilt als politisch stabiles Land und wird durch seine strategisch günstige Lage am Atlantik oft als Eingangstor zu Westafrika bezeichnet. Die Wirtschaft ist in dem Sahel-Staat in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, aber das Land ist zunehmend vom Klimawandel bedroht, mit weitreichenden Folgen für das Einkommen und die Ernährungssicherung der lokalen Gemeinschaften.

Über die Hälfte der rund 16 Millionen Einwohner*innen lebt auf dem Land und hängt direkt von der meist familiären Landwirtschaft ab. Der landwirtschaftliche Sektor ist damit der größte Arbeitgeber in Senegal und beschäftigt etwa 70 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung. Dennoch leidet nach wie vor jede*r Fünfte unter chronischer Unterernährung.

Die Gründe für diese Ernährungskrise sind vielfältig. Bereits zwei Drittel der gesamten Ackerfläche sind degradiert, die Böden sind nicht mehr fruchtbar genug für den Anbau von Obst, Gemüse und Reis. Der jahrzehntelange Anbau von Monokulturen und der großflächige Einsatz von chemischen Pestiziden haben die Böden ausgelaugt. Aufeinanderfolgende Dürren beschleunigen die Erosion und Wüstenbildung weiter. Als direkte Folge sinkt der Grundwasserspiegel, es gibt immer weniger Wasser für die Produktion, und die Ernte wird durch jede Extremwetterlage weiter gefährdet. Oft können bäuerliche Familienbetriebe diese Klimaschocks nicht abfedern. Sie verfügen nur über geringe Mittel zur Anpassung an Klimafolgen, und ihre Produktion ist häufig nur auf einige wenige Produkte beschränkt.

Das Zusammenspiel dieser Faktoren führt dazu, dass die Preise für Nahrungsmittel immer weiter steigen. Und die nationale Produktion reicht bei Weitem nicht aus, um die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung zu decken. Aktuell importiert Senegal mehr als 70 Prozent seines gesamten Nahrungsmittelbedarfs. Eine langfristige Umstellung der Landwirtschaft auf einen ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Anbau sowie lokal angepasste Strategien zur Abfederung von Klimawandelfolgen sind daher wesentlich. Nur so kann der Ernährungskrise begegnet und das Überleben der ländlichen Gemeinschaften und ihrer Umwelt gesichert werden.

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