Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft

In Ghana arbeiten Nichtregierungsorganisationen erfolgreich beim Kakaoanbau zusammen

  • Von Evelyn Bahn, INKOTA
  • Lesedauer: 3 Min.
Gut geschult ist halb gewonnen: Die Kakaobäuerinnen bekommen Anschauungsbeispiele, um selbst für ihre Rechte einzustehen.
Gut geschult ist halb gewonnen: Die Kakaobäuerinnen bekommen Anschauungsbeispiele, um selbst für ihre Rechte einzustehen.

»Wenn wir über die Zukunftsfähigkeit des Kakaoanbaus sprechen, müssen wir soziale und ökologische Probleme zusammen denken«, erklärt Sandra Kwabea Sarkwah von SEND-Ghana. In Ghana gibt es Nichtregierungsorganisationen (NRO), die sich der Kinderarbeitsproblematik widmen. Andere beschäftigen sich mit der Abholzung des Waldes durch den Kakaoanbau oder dem Verlust von Biodiversität. Zudem gibt es eine Reihe von Organisationen, die Kakaobauern und -bäuerinnen dabei unterstützen, ihre landwirtschaftlichen Anbaumethoden zu verbessern.

»Es gab lange keinen Austausch und keine gemeinsame Strategie, um wirkliche Veränderungen zu bewirken. Dabei hängt die Entwaldung des Regenwaldes mit den niedrigen Einkommen der Kakaobauernfamilien unmittelbar zusammen. Eine Intensivierung des Kakaoanbaus mit Agrochemikalien kann jedoch zu einem Verlust der Biodiversität führen und sich negativ auf den Klimawandel auswirken. Gleichzeitig müssen wir die Einkommen der Bauern auf ein existenzsicherndes Niveau heben, um eine wesentliche Ursache von Kinderarbeit zu bekämpfen: die Armut«, sagt Kwabea Sarkwah.

Es hört sich an wie die Quadratur des Kreises, und einfache Lösungen gibt es offensichtlich nicht. Um die Expertise und Erfahrungen der verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteure zu bündeln, hat SEND-Ghana alle Organisationen, die sich mit Kakao beschäftigen, an einen Tisch gebracht. »Alle waren sich sofort einig, dass wir mehr erreichen können, wenn wir besser miteinander kooperieren und uns austauschen.« Auf Initiative von SEND-Ghana gründeten 20 Organisationen im März 2019 die Ghana Civil Society Cocoa Plattform. Dass sich in der Plattform nicht nur klassische NRO, sondern auch Kooperativen zusammengeschlossen haben, ist etwas Besonderes.

»Wir wollen nicht für die Kakaobauern und -bäuerinnen sprechen, sondern sie dabei unterstützen, selbst für ihre Rechte einzustehen und gehört zu werden«, erklärt Obed Owusu-Addai von der Umweltorganisation EcoCare. »Es gibt Themen, die können wir als unabhängige Nichtregierungsorganisationen besser ansprechen als Vertreter einer Kakaobauernkooperative. Wir können die Regierung an ihre Versprechen erinnern und ehrgeizige Maßnahmen einfordern, ohne Angst zu haben, dass wir unsere Lizenzen verlieren«, ergänzt Kwabea Sarkwah.

Die Koordination der Plattform haben die Mitglieder SEND-Ghana und EcoCare übertragen. Dazu gehört die Organisation regelmäßiger Vernetzungstreffen und das Abstimmen von Positionen und Strategien. Das ist bereits gelungen: Schon zwei Pressemitteilungen wurden durch die Ghana Civil Society Cocoa Plattform veröffentlicht und führten nicht nur zu Berichten in den Medien, sondern auch zu einer unmittelbaren Reaktion der staatlichen Kakaobehörde COCOBOD. Denn die zivilgesellschaftlichen Organisationen kritisierten, dass von Seiten der Behörden viel zu oft verschwiegen wird, dass die massive Entwaldung mit der Ausweitung des Kakaoanbaus zusammenhängt und es dringend eine konsequente Umsetzung der Waldgesetze geben muss. Die Mitglieder der Ghana Civil Society Cocoa Plattform sind nun zu ihren Forderungen im Gespräch mit den politischen Entscheidungsträgern.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln