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Dein Leben eines anderen

Nur noch diese Traurigkeit: »Pferde stehlen« von Hans Petter Moland

  • Von Felix Bartels
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Vermutlich ist es wichtiger für den Erfolg eines Künstlers, Erwartungen zu erfüllen als gekonnt Überraschungen zu setzen. Das frei genießende, von Fall zu Fall urteilende Publikum existiert nur in der Einbildung, die derjenige braucht, der sich freimachen möchte von jenen Erwartungen. Dankbar ist das Publikum ihm dafür selten, auch wenn es dann ja gleichfalls befreit wurde. Vielleicht passiert genau das gerade mit Hans Petter Moland, den man bislang vor allem für seinen düsteren Humor schätzte. Noch sanft in »Ein Mann von Welt« (2010) trieb er das Prinzip in »Einer nach dem anderen« (2014) zum Höhepunkt. Diese kaltschnäuzige Groteske verdeckt mit Witz die Traurigkeit des Vorfalls. In »Pferde stehlen« bleibt nun nichts mehr übrig als diese Traurigkeit. Hier gibt es weder Witz noch Komik, keinen Schwung. Die Figuren handeln nicht, sie erleiden.

In den letzten Wochen des Jahres 1999 kehrt Trond (Stellan Skarsgård), der lange Zeit in Schwed...


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