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»Als nur noch harte Währung zählte, stand die Frage der Vereinigung«

Eine deutsche Biografie: Der Linkspartei-Politiker Hans Modrow über die Wendepunkte in seinem Leben

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: ca. 12.5 Min.

Hans Modrow, als am 1. September 1939, vor 80 Jahren, der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall Deutschlands auf Polen begann, waren Sie elf Jahre alt. Wie haben Sie davon erfahren?

Es war, jedenfalls im Rückblick, kein bewusstes Erleben. Wir waren überrascht von den Nachrichten, denn nach der Olympiade 1936 in Berlin glaubten wir nicht an einen baldigen Krieg. Im Gegenteil.

Anders war das 1941 beim Überfall auf die Sowjetunion. Es war ein Sonntag; ich war bei einem Sportwettkampf in Anklam, ein Dreikampf aus Weitsprung, Laufen und Werfen, also die Vorbereitung auf das Soldatsein. Ich war der Beste im Dorf und wurde zur Kreismeisterschaft geschickt. Dort erreichte uns die Meldung, dass der Krieg sich jetzt gegen die Sowjetunion wendet. Da spürten wir, jetzt beginnt etwas ganz anderes als bisher.

Wann haben Sie zum ersten Mal gemerkt, dass der Krieg Sie ganz persönlich betrifft?

Das war zum Jahreswechsel 1942/43, als die...


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