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Gott fehlt die Kraft von Menschen

René Heilig begrüßt den päpstlichen Aufruf wider atomare Rüstung, doch ...

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: 1 Min.
Pabst Franziskus küsst ein Baby vor einer Messe in Nagasaki, Japan am 24. November 2019
Pabst Franziskus küsst ein Baby vor einer Messe in Nagasaki, Japan am 24. November 2019

Der Papst legte weiße Blumen für die Atomwaffenopfer nieder und bat dann in einem stillen Gebet vermutlich den Herrn darum, Vernunft zur Erde zu schicken. Doch aus dem Himmel über Nagasaki kam als Antwort nur Regen.

Es nützt wenig, eigene Verantwortung zu verlagern. Nicht höhere Mächte können richten, was auch der Heilige Vater als dringend erachtet: »Eine Welt in Frieden und frei von Atomwaffen ist das Bestreben von Millionen von Männern und Frauen überall auf der Erde.« Doch wieder einmal ist die Stimme der Millionen zu leise, um die Handvoll Verantwortlichen nachhaltig zu erreichen. Sicher, Nagasaki ist wie Hiroshima ein Ort, der besonders geeignet erscheint, eine Ächtung von Atomwaffen zu fordern. Doch in Routine gefangene Aufrufe verhallen - und greifen zu kurz. Inzwischen ist die menschliche Existenz von neuen verheerenden Waffen bedroht. Cyberinstrumente und hybride Methoden führen zu neuen Militärstrategien, in denen Kriege wieder als machbar, ja gewinnbar erscheinen. Zu allem Überfluss verzichtet die Politik zunehmend auf bewährte Mittel der Rüstungskontrolle und -begrenzung. Nicht nur Trump und Putin verweigern sich. Auch China fühlt sich davon nicht angesprochen.

Demnächst wird die NATO in London ihr 70. Jubiläum begehen - nach allem, was man weiß, leider nicht mit Vorschlägen zur Rüstungsbegrenzung.

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