Proteste weit über die Linke hinaus

Alejandro Mantilla über die Massendemonstrationen und Generalstreiks in Kolumbien

  • Von David Graaff
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Die Wut in Kolumbien ist groß, nachdem der 18-jährige Dylan Cruz von der Polizei ermordet wurde.

Kolumbien erlebt die größte Protestwelle seit Jahrzehnten. Am Mittwoch fand der zweite Generalstreik binnen einer Woche statt. Was sind die Hintergründe?

Verschiedene Faktoren haben zu den Protesten geführt. Von der Regierung geplante neoliberale Reformen, die Verfolgung und Ermordung sozialer Anführer, die seit den Friedensvereinbarungen mit der FARC vor drei Jahren stark zugenommen hat sowie die mangelnde Umsetzung dieser Vereinbarungen. Hinzu kommt eine Ablehnung der rechen Regierung von Iván Duque, ihrer Politik, ihrer Art und Weise, den Staat zu führen und dem Uribismus als solchem, also der politischen Gruppe um den rechten Ex-Präsidenten Álvaro Uribe, als dessen Marionette Duque wahrgenommen wird.

Wie hat die Regierung reagiert?

Schon vor dem Tag des Generalstreiks am 21. November hatte die Regierung versucht, die Proteste zu delegitimieren. Die Demonstrationen selbst hat sie zunächst als Problem der öffentlichen ...

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