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Irrfahrt in der Verkehrsdebatte

Kurt Stenger über die Bedeutung des Stellenabbaus bei Autokonzernen

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.
Ein Werksmitarbeiter geht in einer Produktionshalle von Audi in Neckarsulm an einem Bandende vor einem A8 vorbei.
Ein Werksmitarbeiter geht in einer Produktionshalle von Audi in Neckarsulm an einem Bandende vor einem A8 vorbei.

Gerade erst sind die Jubelmeldungen auf den Autostandort Deutschland im Zuge der Tesla-Pläne verhallt - schon werden Abgesänge angestimmt. Anlässe sind der Stellenabbau bei Audi und ein Kostensenkungsprogramm bei BMW. Solche Vorhaben sind kaum mehr als kapitalistischer Normalzustand. Autokonzerne ergreifen gerne jede Gelegenheit, die ihnen ein Konjunkturabschwung beschert, um Kosten zu senken, Stellen - dank Gewerkschaftsdrucks sozialverträglich - abzubauen und Produktivität zu erhöhen.

Doch seit einigen Jahren geht es um mehr: Die Autohersteller - und noch stärker die Zulieferer, über die kaum jemand spricht - schlittern in einen Transformationsprozess. Klassische Bereiche wie die Motorenwerke werden verschwinden, Dienstleistungen und Digitalisierung dafür in den Vordergrund treten. Und bei Batterieherstellern entstehen viele neue Jobs.

Seriöse Prognosen über einen womöglich bevorstehenden Stellenkahlschlag sind schon deshalb nicht möglich, weil unklar ist, ob die bisherigen Platzhirsche den Verkehr der Zukunft dominieren werden oder ob die Digitalkonkurrenz aus dem Silicon Valley und China diese zu Zulieferern degradieren wird. Auch ist unklar, wie die Politik die Weichen in der anstehenden Verkehrswende vielleicht noch stellen wird. Es braucht darüber breite Debatten - Jubelmeldungen wie Abgesänge führen dagegen in die Irre.

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