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USA unterstützen Demokratiebewegung in Hongkong

China protestiert gegen die »Einmischung« und droht mit Gegenmaßnahmen.

  • Lesedauer: 4 Min.

Washington. Die Demokratiebewegung in Hongkong hat Grund zum Jubeln, die Regierung in Peking ist erbost: Die USA haben den Bemühungen zur Bewahrung der Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone neuen Rückhalt gegeben. US-Präsident Donald Trump unterschrieb zwei fast einstimmig vom Kongress beschlossene Gesetze, die die seit Monaten andauernden Protesten in der asiatischen Metropole unterstützen sollen.

Die Gesetze hätten zum Ziel, dass die Vertreter Chinas und Hongkongs »ihre Meinungsverschiedenheiten freundschaftlich regeln, um lange anhaltenden Frieden und Wohlstand für alle« zu erzielen, erklärte Trump am Mittwochabend (Ortszeit). Dies geschehe »aus Respekt« für Chinas Präsident Xi Jinping und die Menschen in Hongkong, hieß es.

Umgehend protestierte China gegen die »unverhohlene Einmischung in innere Angelegenheiten« und drohte mit Gegenmaßnahmen. Die USA unterstützten »gewalttätige Kriminelle, die unschuldige Menschen geschlagen und in Brand gesetzt« haben, sagte ein Außenamtssprecher am Donnerstag in Peking. Er sprach von »bösen Absichten« und einem »Komplott der USA«. »Wir raten den USA, nicht willkürlich zu handeln, ansonsten wird China entschieden Gegenmaßnahmen ergreifen.«

Modell Hongkong am Ende.
Die Stadt muss sich vielleicht schon bald neu erfinden

Die vergangene Woche vom Kongress gebilligten Gesetze treten nun mit Trumps Unterzeichnung in Kraft. Er hatte allerdings kaum eine Wahl: Hätte er sein Veto eingelegt, hätte er damit rechnen müssen, mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kongress-Kammern überstimmt zu werden. Das wäre ein Novum in Trumps Amtszeit gewesen.

Trump hatte sich bislang mit Kritik an dem kompromisslosen Vorgehen Pekings gegen die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungsregion auffällig zurückgehalten. Er bemüht sich um eine Einigung mit Peking in dem seit gut einem Jahr anhaltenden Handelskrieg der beiden größten Volkswirtschaften, die durch ein Inkrafttreten der Gesetze noch weiter erschwert werden dürfte.

Der US-Kongress hatte die »Menschenrechts- und Demokratieverordnung« mit nur einer Gegenstimme im Repräsentantenhaus angenommen. Das Gesetz droht Wirtschaftssanktionen an, mit denen Hongkong die bisher gewährte Vorzugsbehandlung in der Wirtschafts- und Handelspolitik der USA gegenüber China entzogen werden könnte. Das wäre ein schwerer Schlag für die Wirtschafts- und Finanzmetropole, die ein wichtiger Umschlagplatz für Geschäfte mit China ist.

Zur Überprüfung sind nun jährliche Berichte des Außenministeriums an den Kongress vorgesehen, die bescheinigen sollen, ob Hongkong noch ausreichend autonom von China ist, um die bevorzugte Behandlung weiter zu rechtfertigen. Bürgerrechte sollen dabei besonders berücksichtigt werden.

Das Gesetz sieht auch vor, dass der Präsident Sanktionen gegen Personen verhängt, die für schwere Menschenrechtsverletzungen in Hongkong verantwortlich gemacht werden. Ein weiteres Gesetz, das den Export von Tränengas, Gummigeschossen, Wasserwerfern und Handschellen an Hongkongs Polizei untersagt, wurde sowohl vom Repräsentantenhaus als auch vom Senat einstimmig angenommen.

Der republikanische Senator Marco Rubio lobte Trump für die Unterzeichnung. »Die USA haben jetzt bedeutende Werkzeuge, um weitere Einflussnahme und Einmischung Pekings in die internen Belange Hongkongs zu verhindern.« Der demokratische Senator Bob Menendez erklärte, er sehe eine klare Botschaft für die Hongkonger, die sich gegen die Erosion ihrer Demokratie wehrten: »Wir halten zu Euch.«

Trump bemühte sich indes offenbar darum, sich noch ein kleines Schlupfloch offenzuhalten. Die Regierung werde Teile der Gesetze differenziert behandeln, um die verfassungsgemäße Autorität des Präsidenten in Fragen der Außenpolitik nicht zu untergraben, schrieb Trump nach der Unterzeichnung. Das Weiße Haus erklärte zunächst nicht, auf welche Passagen sich die Einschränkung bezog. Angesichts der überparteilichen Unterstützung im Kongress dürfte der Präsident auch kaum eine andere Wahl haben, als die Gesetze anzuwenden.

Die Proteste in Hongkong dauern seit einem halben Jahr an. Sie richten sich gegen die Regierung, das als brutal empfundene Vorgehen der Polizei und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung. Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong nach dem Grundsatz »ein Land, zwei Systeme« unter Chinas Souveränität autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die sieben Millionen Hongkonger weitgehende Rechte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Inzwischen fürchten sie aber, dass ihre Freiheiten zunehmend eingeschränkt werden. dpa/nd

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