Zwischen Auf- und Abrüsten

Klima, Konflikte, Kriege: Die NATO hat viele Baustellen. Doch im 70. Jahr ihres Bestehens wollen die Bündnispartner lieber Erfolge feiern – und Strategiedebatten vermeiden.

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.
Auf dem Gelände des NATO-Hauptquartiers in Brüssel ist ein Trabant geparkt. Warum, das weiß 
niemand so genau.

Es gibt Wetten, die kann man nicht verlieren. Ich behaupte, kein einziger Mitarbeiter des VEB Sachsenring in Zwickau hätte sich je vorstellen können, dass jemand einen Trabant mitten auf dem hermetisch abgeschirmten Gelände des NATO-Hauptquartiers in Brüssel parkt. Und doch steht da einer - cremefarben und mit einem kyrillisch beschrifteten Nummernschild. Wen man dort auch fragt beim eiligen Gang zum Mittagessen - niemand weiß, warum das Zweitakt-Vehikel da steht. Eine Vermutung: Die bulgarische Delegation könnte den Trabi nach Brüssel gebracht haben. Denn 1991, im ersten Jahr der neuen Freiheit, kutschierte man den damaligen NATO-Generalsekretär Manfred Wörner in so einem Gefährt durch Sofia. 2004 wurde Bulgarien dann Mitglied des Nordatlantik-Bündnisses. 15 Jahre ist das nun her und der Trabant vielleicht eine Art »Eselsohr« für NATO-Chronisten. Wer sonst in der inzwischen 29 Staaten großen Gemeinschaft denkt noch an Bulgarien?

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