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Tapeten aus Haifischleder

Früher aß ich mit Jacques Chirac zu Abend, heute überlebe ich mit Hartz IV. Eine Erzählung.

  • Von Damian Damm
  • Lesedauer: ca. 11.5 Min.

Ich esse sehr wenig. Was als Hartz-IV-Empfänger von Vorteil ist. In einem NDR-Feature begleitet das Kamerateam eine alleinstehende 50-Jährige, die ihr Leben lang an der »Mayo« stand, der Mayonnaise-Maschine bei der Firma Nadler in Hockenheim, und jetzt nicht genug zum Leben hat. Was sie am meisten vermisst? »Mal ein gutes Stück Fleisch.«

Nun, bei Netto im feinen Hamburger »Zylinderviertel« Lokstedt gibt es feine Rindersteaks für 5,99 Euro - und ich esse drei Tage davon. Ich kann hier, unter den Villen, nur leben, weil ich im Studentenapartment eines alten Schulfreundes wohne. Die Kaution mussten meine Eltern stellen, seit ich schuldlos in Hartz IV gelandet bin. Meine einstige Karriere als Repräsentant eines weltweit agierenden Medienkonzerns endete »im freundlichen Einvernehmen«. Von heute auf morgen wurde ich auf die Straße gesetzt, weil ich mit 38 plötzlich »zu kostenintensiv« war.

Ich gelte als »überqualifiziert«, als ich ...


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