Projektionsfläche Bauernhof

Unrealistische Selbstbilder hier und Klischees dort prägen die Agrardebatte.

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.
Schöne Tiere und lärmfreie Idylle: So sieht für Städter, aber auch viele Landbewohner ein ordentlicher Bauernhof aus.

Die größten Kartoffeln« - so war ein Rundfunkkommentar zur Demo der Bauern am Dienstag in Berlin betitelt. Er illustriert eindrücklich eine Grundhaltung vieler Medienarbeiter zu diesem Berufsstand. Denn das vollständige Sprichwort lautet bekanntlich: »Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln.« Journalisten und Politiker betonen zwar, die Wut der Landwirte sei nachvollziehbar. Man wisse, dass »viele mit dem Rücken zur Wand« (Grünen-Chef Anton Hofreiter) stünden und unter den Billigpreisen litten, die Industrie und Handel zahlen. Der verständnisvolle Ton dürfte der Größe der Proteste geschuldet sein: Bei der Sternfahrt am 26. November nach Berlin ließ die Polizei 8600 Schlepper in die Stadt, bis zu 40 000 Menschen sollen sich an den Protesten beteiligt haben.

Zugleich wird von Journalisten und Ökoaktivisten der Verdacht geäußert, die Demonstranten seien verführt und ferngesteuert - oder würden gar für ihre Teilnahme bezahl...

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