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Warnung an die Union: Keine Koalition mit Faschisten

Aktionskünstler des Zentrums für politische Schönheit haben vor dem Reichstag eine Gedenk- und Widerstandsstätte errichtet

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 3 Min.
Das Zentrum für politische Schönheit mahnt mit einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus: Die Union dürfe nicht mit Faschisten paktieren.
Das Zentrum für politische Schönheit mahnt mit einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus: Die Union dürfe nicht mit Faschisten paktieren.

Das Zentrum für politische Schönheit hat neben dem Kanzleramt in Berlin ein Mahnmal aufgestellt. Die temporäre »Gedenk- und Widerstandsstätte« soll in einer Säule Knochenasche »der Ermordeten Hitlerdeutschlands« zeigen, wie die Aktivist*innen des Zentrums bekannt gaben. Die Aktionskünstler haben eigenen Angaben zufolge einen mit der Asche von Opfern des Nazi-Regimes aufgeschütteten Damm bei einem Dorf in der Nähe von Auschwitz »geöffnet« und die Asche nach Deutschland überführt.

Die Aktion findet unmittelbar nach dem Parteitag der AfD statt, der am vergangenen Sonntag in Braunschweig zu Ende ging. Der wiedergewählte Vorsitzende der Rechtsaußenpartei Jörg Meuthen sagte dort, seine Partei müsse sich auf eine Regierungsbeteiligung mit der CDU vorbereiten.

»Die Toten erinnern an den deutschen Konservatismus und an seine historische Schuld, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben«, heißt es in der Pressemitteilung der Aktionskünstler. Es sei das Gebot der Stunde, nicht mit Faschisten zu paktieren.

Die graue Stele mit orangefarbenem Sichtglas steht im Zentrum des Mahnmals. Dahinter wurden zwei Mahnwände errichtet, die mit Kränzen, Friedhofskerzen und mahnenden Sprüchen an ad hoc errichtete Gedenkorte von Terror- oder Mordopfern erinnern. Laut Zentrum ist dies das Gelände der ehemaligen Krolloper, wo die Vernichtung von Millionen von Menschen ihren Lauf nahm. »Dort legte der Konservatismus die deutsche Demokratie in die Hände der Mörder. Wir dürfen nie vergessen: Freiwillig wurde ihnen die Macht ausgehändigt. Bis heute erinnert nichts an diesen Verrat«, heißt es in der Mitteilung.

Zum Mahnmal gehört auch eine Wand mit den Namen aller CDU-Abgeordneten des Bundestags - mit Besuchsterminen, zu denen sie eingeladen wurden, um die »Gedenk- und Widerstandsstätte« zu besichtigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für Mittwoch Nachmittag angekündigt. Alle CDU-Abgeordneten sollen im Namen von Wolfgang Schäuble eine persönliche Einladung erhalten haben. Es ist davon auszugehen, dass diese Einladungen ebenfalls vom Zentrum für politische Schönheit verschickt wurden. Sie bedienen sich damit Mitteln der sogenannten Kommunikationsguerilla.

Das Zentrum für politische Schönheit mahnt mit einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus: Die Union dürfe nicht mit Faschisten paktieren.
Das Zentrum für politische Schönheit mahnt mit einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus: Die Union dürfe nicht mit Faschisten paktieren.

Warum gerade die CDU-Abgeordneten? »Der einzig erdenkliche Weg an die Macht führt für die AfD über die Union«, heißt es dazu in er Mitteilung des Zentrums für politische Schönheit. »Kreise des Konservatismus (Christian von Stetten, Hans-Georg Maaßen, Mike Mohring, Werner Patzelt und andere Dilletanten) strecken heute wieder die Hand nach Faschisten aus. Sie machen sich öffentlich Gedanken, ob die AfD nicht doch ein guter Regierungspartner (oder Tolerierer einer Minderheitenregierung) wäre.«

Das Mahnmal ist aktuell bis zum 7. Dezember an dieser Stelle genehmigt. Die Initiatoren sammeln über die Internetseite sucht-uns.de allerdings bis Samstag Spenden, um das Mahnmal vor Ort fest zu installieren. Bis Montagvormittag hatten 49 Personen 2735 Euro gespendet.

Hinter dem Zentrum steckt eine Gruppe von Aktionskünstlern, die sich eigenen Angaben zufolge dem »aggressiven Humanismus« verschrieben haben. Vor zwei Jahren hatten sie das Nachbargrundstück vom Privathaus des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke angemietet und dort das Berliner Holocaust-Mahnmal nachgebaut. Darüber hinaus hatten sie behauptet, Höckes Haus rund um die Uhr mit Kameras zu überwachen.

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