Physik statt LSD

Die Op-Art und ihre Vorläufer: Das Stuttgarter Kunstmuseum schreibt eine kurzweilige Kunstgeschichte des Schwindels

  • Von Georg Leisten
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Grazia Varisco: Schema luminoso variabile, 1962, Privatsammlung, Stuttgart

Manchmal kommt es von den Ohren. In anderen Fällen vom Kreislauf. Auch die Halswirbelsäule kann eine Rolle spielen. Die Medizin kennt viele Ursachen für Schwindel. Das Stuttgarter Kunstmuseum auch. Über 100, um genau zu sein, denn so viele Arbeiten umfasst die kurzweilige Schau, die unter dem Motto »Vertigo« die jahrhundertealte Lust der Kunst feiert, in körperliche Wahrnehmungsprozesse einzugreifen.

»Vertigo«, der lateinische Begriff für Schwindel, erinnert Cineasten nicht zufällig an einen gleichnamigen Film von Alfred Hitchcock. Jene hypnotische Spirale, die bereits im Vorspann des Mystery-Klassikers aus dem Jahr 1958 den Zuschauer kirre macht, ist auch das ikonische Leitmotiv der Op-Art. Die Kunstrichtung kam ungefähr zur selben Zeit auf. Ihren Flimmer- und Flickereffekten gilt nun das Hauptinteresse der Stuttgarter Ausstellung, die in Kooperation mit dem Wiener Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (Mumok) entstand.

Schon im Museu...

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