Mahdis Rücktritt verpufft

In Irak beruhigt sich die Lage nach dem angekündigten Abgang des Regierungschefs nicht

  • Von Oliver Eberhardt, Tel Aviv
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Musikalischer Widerstand: Ein regierungskritischer Demonstrant spielt vor einer Straßenbarriere.

»Revolution«. Sehr oft wird dieses Wort in diesen Tagen in Irak benutzt, um die Lage zu beschreiben: Wenn westliche Medien einige jener befragen, die seit nun schon gut zwei Monaten auf die Straße gehen, um gegen die Regierung, das System, die Korruption, die Lage zu demonstrieren, dann wird immer von einer »Revolution« gesprochen. Und wenn sich irakische Politiker wie Hussein al-Iqabi, Mitglied des parlamentarischen Rechtsausschusses, in den einheimischen Medien als besonders volksnah präsentieren wollen, dann fällt auch stets dieses Wort. Viele Politiker suchen nun die Nähe zum Volk, denn die Karten werden gerade neu gemischt.

Nach nur etwas mehr als einem Jahr im Amt hatte Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi am Freitag seinen Rücktritt erklärt; am Sonntag nahm das Parlament das Gesuch an. Als die Nachricht bekannt gegeben wurde, ging ein Jubelschrei durch das Protestlager, dass in den vergangenen Wochen auf dem Tahrir-Platz im Zentru...

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