In Richtung Plumpheit

Bei »La Traviata« an der Komischen Oper Berlin kommt nicht einmal Trinklust auf

  • Von Maximilian Schäffer
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die französische Hauptstadt ist eng und teuer. Der Eiffelturmaufzug kostet aktuell 25,50 Euro, eine Einzimmerwohnung in mittelguter Lage bereits das 47-fache monatlich. Berlin ist da anders. Wer schon einmal im Pankower Ortsteil Buch sich befand, durfte Landluft schnuppern. Oder Spandau: Mit eigener Altstadt ausgestattet sowie einer kleinbürgerlichen Festung fernab allen Geschehens, zählt es, so der Running-Gag, im Eigentlichen gar nicht mehr zur preußischen Repräsentationsanordnung.

Zu Herzen genommen hat man sich den Charakter des eigenen Standorts an der Komischen Oper: Nicola Raabs Inszenierung von Verdis »La Traviata«, die im Paris des 19. Jahrhunderts spielt, ist durch und durch provinziell. Dem Breitenkunstangebot der Subventionslandschaft von Hintertupfingen entsprechend finden sich auf der Bühne alle offensichtlichen Relikte des 21. Jahrhunderts: Projektoren, Smartphones und Nackte. Dem stellt man besonders hässliche, historisi...

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