Sachsens Schulen vor sanfter Revolution

Neue Koalition macht den Weg für Gemeinschaftsschulen im Freistaat frei - unter strengen Vorgaben

  • Von Hendrik Lasch
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Es ist für sächsische Verhältnisse eine gewaltige Zahl: 50 120 Menschen im Freistaat haben einen Volksantrag für längeres gemeinsames Lernen in den Schulen unterschrieben. Zum ersten Mal seit 2004 wurde damit wieder die entsprechende Hürde überwunden - gerade rechtzeitig vor der Landtagswahl und den Verhandlungen über einen Koalitionsvertrag. Das an diesem Sonntag vorgestellte Papier sehen die Initiatoren der Unterschriftensammlung als Erfolg: Es eröffnet die Möglichkeit, auch in Sachsen Gemeinschaftsschulen einzurichten. Der Volksantrag, sagt Vertrauensperson Doreen Taubert, war dafür »ein wichtiger Impuls«.

Bisher hielt Sachsen strikt am gegliederten Schulsystem fest; nach der 4. Klasse trennen sich die Wege der Schüler. Knapp die Hälfte erhielt zuletzt eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium; rund 51 Prozent wechselten an die Oberschule. Viele Bürger sind mit dieser frühen Selektion unzufrieden. Eine Emnid-Umfrage im Jahr 2017 ergab, ...


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