Der Geist der Klosterfrau

Wie eine ehemalige Nonne mit Melissengeist und Kölnisch Wasser im 19. Jahrhundert den Markt aufmischte

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

»Nie war er so wertvoll wie heute« lautete der Werbeslogan für Klosterfrau Melissengeist Mitte der 1920er Jahre. Das deutlich alkoholhaltige Stärkungsmittel für Ältere hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine bewegte (kommerzielle) Geschichte hinter sich. In deren Verlauf kam es offenbar, insbesondere am Anfang der Markengeschichte zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zu heftigen Übertreibungen, Streitigkeiten um die Kennzeichnung sowie zum Konkurrenzkampf mit dem Ellenbogen. Dabei setzte die Namensgeberin, Klosterfrau Maria Clementine Martin, ihre Ansprüche meist erfolgreich durch. Die ehemalige Nonne musste nach Schließung ihres Klosters sehen, wie sie zurecht kam. An Kapital verfügte sie über eine jährlich zu zahlende Abfindung und offenbar auch über Kontakte zu katholischen Würdenträgern. Ihr Vorhaben, sich in Köln als Händlerin von Melissengeist und Kölnisch Wasser zu etablieren, verfolgte sie mit großer Entschlossenheit.

Dass dabei wenig ...


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