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Terror in Südwest

Ein Tagebuchroman über die verdrängte Geschichte des deutschen Kolonialismus in Afrika

Ein Blick auf den deutschen Kolonialismus in Südwest-Afrika, dem heutigen Namibia, aus interessanter Perspektive: Ein deutscher Kolonialist, der mit einer Afrikanerin verheiratet ist, führt Tagebuch von 1894 bis 1949.

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Jürgen Leskien: Einsam in Südwest. Nora, 207 S., br., 17 €.

Der Tagebuchroman »Einsam in Südwest« von Jürgen Leskien erschien schon 1991 und wurde nun von Nora wiederveröffentlicht. Wie Robinson Crusoe wird darin der junge Hermann nach einem Schiffsuntergang als einziger Überlebender an Land gespült, nur landet er nicht in der Einöde, sondern im deutschen Imperialismus, in der Kolonie Deutsch-Südwest.

Er arbeitet bei der Bahn und heiratet die deutsche Krankenschwester Ursula, die bei der Geburt ihrer Tochter Anna stirbt. Dann heiratet Hermann die Hausangestellte Elisa und bekommt mit ihr einen Sohn: Markus. Elisa gehört zu den Hereros, einer Volksgruppe, die die deutschen Truppen ausrotten wollen wie auch die Nama. Der Genozid wird von Leskien ebenso verhandelt wie die Apartheid Südafrikas (das Namibia nach dem Abzug der Deutschen verwaltet) und der Faschismus.

Hermann korrespondiert mit seinem Bruder in Berlin; seine beiden Kinder ziehen nach Deutschland, seine Tochter wird Nazi, sein Sohn wird verfolgt und begeht Selbstmord. »Einsam in Südwest« ist ein auf 200 Seiten verdichtetes Lehrstück über die blutige Katastrophengeschichte dieses Landes, kaum pathetisch, aber eindrucksvoll aufgeschrieben. Der Autor arbeitete in den 80er Jahren als DDR-Entwicklungshelfer in Angola, später im UNHCR-Flüchtlingscamp für namibische Flüchtlinge und im Ausbildungscamp des ANC in Tansania.

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