Werbung

Nachtreter

George Zimmerman ist ein White-Trash-Symbol des Rassismus und Sexismus des kleinen Mannes

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Er tritt nach, und es ist nicht das erste Mal. George Zimmerman, der »Nachbarschafts-Polizist«, der 2012 den schwarzen Teenager Travyon Martin, offenbar motiviert durch rassistische Vorurteile, erschossen hat, verklagt nun die Familie des damals 17-jährigen Teenagers. Dessen Tod hatte zur Gründung der Black-Lives-Matter-Bewegung geführt.

100 Millionen US-Dollar will Zimmerman von Martins Familie und ihrem Anwalt mit einer Schadensersatz-Klage eintreiben. Angeblich habe es im Prozess gegen ihn Falschaussagen gegeben, mit dem Ziel ihn zu diskreditieren. Unterstützt wird Zimmermann dabei von der rechten Organisation Judicial Watch, deren Verschwörungstheorien auch Donald Trump auf Twitter teilt.

Zum wiederholten Mal stilisiert sich der Versicherungsvertreter, der laut Angaben seines Bruders während des Prozesses gegen ihn 2014 zeitweise ohne Arbeit und obdachlos war, so selbst zum Stellvertreter des bedrohten kleinen weißen Mannes und dessen Vorkämpfer - und lässt sich von einer rassistischen Online-Community dazu machen. Dabei hat Zimmerman auch immer wieder finanziell profitiert. Die Waffe, mit der Zimmerman Martin erschossen hatte, verkaufte der Sohn einer peruanischen Mutter und eines deutschstämmigen Armeeoffiziers für 138 000 US-Dollar.

Immer wieder hat Zimmermann, der als Kind Elitesoldat werden wollte und gerade Strafrechtspflege (criminal justice) studierte, als er Martin erschoss, in den letzten Jahren selbstgemalte Bilder verkauft. Eins davon zeigte eine Konföderiertenflagge.

Tatsächlich Opfer nicht einer vermeintlichen Justizverschwörung, sondern von häuslicher Gewalt wurden wiederholt die Partnerinnen von Zimmerman. 2013 bedrohte er seine Freundin mit einer Shotgun, 2015 schmiss er eine Weinflasche auf eine Partnerin. Wegen eines Quasifalls von Revenge-Porn suspendierte Twitter im selben Jahr Zimmermans Account, 2018 kam er wegen Stalking vor Gericht. Zuletzt versuchte er es auf den Dating-Apps Bumble und Tinder. Wiederholt löschten die beiden Plattformen seine Profile.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!