Die Wut ist groß

Bei landesweiten Demonstrationen in Frankreich kommt es zu Ausschreitungen

  • Lesedauer: 2 Min.

Paris. Bei den Demonstrationen gegen die geplante Rentenreform in Frankreich ist es in Paris zu Ausschreitungen gekommen. Fahrzeuge gingen am Donnerstagnachmittag in Flammen auf und Vermummte schlugen Scheiben ein, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Die Stimmung während der Großdemonstration in der französischen Hauptstadt war sehr angespannt, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die große Präsenz der Polizei war deutlich spürbar. Der Demonstrationszug war am frühen Nachmittag am Bahnhof Gare du Nord gestartet.

Demonstranten versammelten sich am Nachmittag auch auf dem Place de la République im Zentrum der Stadt. Die Polizei nahm bis 15.30 Uhr 31 Menschen fest und kontrollierte mehr als 9000. Auch im westfranzösischen Nantes kam es Berichten zufolge zu Ausschreitungen. Die Behörden rechneten vor allem in der Hauptstadt mit Krawallen; 6000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Bereits am Nachmittag kursierten auf Twitter außerdem Videos von einem Tränengaseinsatz in Lyon.

Zahlreiche Gewerkschaften hatten im Konflikt um die geplante Rentenreform zu den branchenübergreifenden Streiks aufgerufen. Auch im Öffentlichen Dienst, in Krankenhäusern oder der Justiz waren Streiks geplant. Der Nah- und der Fernverkehr standen am Donnerstag im gesamten Land fast komplett still.

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An den Protesten gegen die Rentenreform beteiligten sich landesweit mehr als 285.000 Menschen in rund 40 Städten, wie eine vorläufige Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Angaben der örtlichen Polizei und der Präfekturen ergab. Noch nicht eingerechnet war dabei die zentrale Kundgebung in Paris.

Damit sind die Proteste größer als die zu Beginn der »Gelbwesten«-Krise im November 2018. Vor gut einem Jahr waren nach offiziellen Angaben rund 282.000 Menschen gegen Präsident Macron auf die Straße gegangen. Agenturen/nd

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