Wer hat Angst vorm Intendanten?

Das Theater, eigentlich Ort der Progressivität, tritt seit 150 Jahren strukturell auf der Stelle - und wird so zur Brutstätte für Übergriffe und Willkür.

  • Von Lidia Polito
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Ich glaube an ein Theater, das dem Schauspieler gehört.« Dieser Satz stammt vom Regisseur Max Reinhardt Anfang des 20. Jahrhunderts. Gerade von ihm, der das Regietheater in Deutschland etabliert und die Regie als Kunstfertigkeit in den Fokus gerückt hat - das intendantenzentrierte Theatermodell, das wir bis heute in fast allen deutschen Theatereinrichtungen in vorfinden, geht vor allem auf Reinhardt zurück. Um 1905 wurden alle wichtigen Positionen im Theater in der Person des Intendanten gebündelt - künstlerischer Leiter, Ressourcenverwalter und Manager. Das Theater gehört seitdem also vor allem dem Intendanten.

Doch was damals notwendig erschien, um die Theaterhäuser, die noch nicht verstaatlicht waren, effizienter leiten zu können, ist heute ein Relikt, das von seinen Verteidigern nur mit reichlich Nostalgie zu legitimieren ist. Denn die jüngst erschienene Studie des Professors für Theater- und Orchestermanagement Thomas Schmidt...


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