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»Ich glaube an harte Arbeit«

Wie Trainer Markus Kauczinski den Zweitligaletzten Dynamo Dresden vor dem Abstieg bewahren will

  • Von Jens Maßlich, Dresden
  • Lesedauer: 3 Min.

Markus Kauczinski soll das Ruder bei Dynamo Dresden herumreißen. Die erste Bewährungsprobe auf den neuen Cheftrainer des abstiegsbedrohten Zweitligisten wartet am Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück. Kauczinski warnt vor seiner Premiere aber vor zu hohen Erwartungen: »Ich glaube nicht an Magie oder Zauber. Ich glaube an harte Arbeit. Mit dem richtigen Spirit, mit Energie und Einsatz können Dinge entstehen. Vielleicht nicht über Nacht, aber Stück für Stück.« Der 49-Jährige strahlt bei diesen Worten genau die Ruhe und Souveränität aus, die dem kriselnden Traditionsklub zuletzt gefehlt hatte. Allerdings könne er auch emotional werden, betonte Kauczinski. »Ich bin es aber nur da, wo es angebracht ist. Nicht im luftleeren Raum, sondern in der Kabine.« Der gebürtige Gelsenkirchener habe gelernt, Emotionen richtig einzusetzen: »Wenn es für die Spieler wirkt und nicht für die Kameras.«

Kauczinski blickt als Trainer auf die Erfahrung von 161 Zweit- und zehn Erstligaspielen zurück. Nach seiner Freistellung beim FC St. Pauli im April hatte sich der Fußballlehrer nicht zurückgezogen, weswegen er sich auch mit Dynamos Kader bestens auskenne. Dennoch will Kauczinski die zwei Wochen bis zur Winterpause nutzen, alle Spieler noch intensiver kennenzulernen. Es sei jetzt der Moment, um zu sehen, wer in der Lage ist, auch unter Druck Fußball zu spielen. »Denn der Abstiegskampf geht bis zum letzten Spieltag. Jeder hat nun die Gelegenheit sich zu zeigen«, erklärte Dresdens neuer Mann auf der Trainerbank.

Am Anfang muss er einen schwierigen Spagat wagen. Denn Verlieren ist in den letzten beiden Partien vor der Winterpause in Osnabrück und Nürnberg fast schon verboten, auch wenn Kauczinski beruhigt: »Jedes Spiel ist wichtig, aber es sind noch keine Endspiele. Ich habe schon richtige Endspiele in meinem Leben gehabt und weiß, was das bedeutet.«

Schwerwiegende Änderungen in Taktik und Spielverhalten seien aktuell nicht zu erwarten. »Er wird der Mannschaft nicht irgendeine Schablone aufsetzen, die ihr nicht gerecht wird«, erklärte Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Kauczinski will lieber bekannte Abläufe und ein Grundgerüst festigen. Das letzte Heimspiel gegen Sandhausen sei ein erster Schritt gewesen. Interimscoach Heiko Scholz hatte beim Remis auf ein 4-2-3-1-System umgestellt und größeren Wert auf eine stabile Defensive gelegt. »Es war kein Fußballzauber, den man sich freiwillig noch einmal auf DVD brennen lässt. Aber es war eine Mannschaft, die gekämpft hat und eine Grundordnung hatte. Da kann man weitermachen«, meinte Kauczinski.

Der neue Coach wird mit Scholz an seiner Seite weiterarbeiten. Ob ein zweiter Co-Trainer folgt, soll in der Winterpause entschieden werden. Dann will sich Kauczinski auch seine Gedanken über das Kapitänsamt machen. Vorgänger Cristian Fiel hatte vier Kapitäne bestimmt. »Es kann nur einer die Binde tragen«, erklärte sein Nachfolger und kündigte an, sich erst dann mit dem Thema zu beschäftigen, wenn er »ein Gefühl für die Spieler bekommen und sich herauskristallisiert hat, wer auch in der Lage ist, so ein Amt auszufüllen.« dpa/nd

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