A wie Angst - oder Abrüstung

Der Doppelbeschluss: Vor 40 Jahren beorderte die NATO Atomraketen nach Westeuropa

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Lage war brenzlig. Er habe um sein Leben gefürchtet, vertraute der einstige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) im Alter einem ausländischen Diplomaten an. Doch für den NATO-Doppelbeschluss hätte er sich »physisch umbringen lassen«.

Nicht nur Schmidt, der wohl hartnäckigste Verfechter der NATO-Doppelstrategie, hatte Angst. Das Wettrüsten zwischen den gesellschaftlichen Systemen hatte eine neue Qualität erreicht. Die Stationierung neuer US-Raketen hätte der Funke zum Weltenbrand sein können. Hunderttausende protestierten daher gegen den am 12. Dezember 1979 gefassten Aufrüstungsbeschluss der NATO, der auch eine Verhandlungsoption beinhaltete.

Die NATO war zu der Erkenntnis gelangt, dass die Sowjetunion in der zweiten Hälfte der 70er Jahre einige ihrer in Europa stationierten atomaren Waffensysteme modernisiert hatte. Insbesondere die RSD-10-Raketen - bei der NATO SS-20 genannt - habe das militärstrategische Gleichgewicht in...


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