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Ateliers retten mit Restflächen

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.

Mit dem neuen Haushalt will Rot-Rot-Grün Grundstücke retten. »Unser Ziel ist es, mit einem Projekt alternative und gemeinwohlorientierte Raumpotenziale zu heben«, sagt Katalin Gennburg, Stadtentwicklungsexpertin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus zu »nd«. Je 50 000 Euro sollen in den Jahren 2020 und 2021 im Doppelhaushalt dafür zur Verfügung stehen. Es geht um die sogenannten Arrondierungsflächen, Grundstücksschnipsel im Landesbesitz, die nicht für eine eigenständige Nutzung geeignet scheinen. Diese können durchaus bis zu 1000 Quadratmeter groß sein, sind aber dabei oft ungünstig geschnitten.

»Manche nennen sie Restflächen, manche Jokerflächen«, erklärt Gennburg. Sie kritisiert schon lange, dass diese Flächen vom Land weiterhin verkauft werden, weil ja keine Nutzung ersichtlich sei. »In einer Stadt mit so vielen Ideen und Raumproduzent*innen gibt es ganz sicher immer gute Ideen für noch so unübliche Flächen«, ist die Abgeordnete überzeugt. Bestes Beispiel ist für sie die »Floating University« auf einem Regenrückhaltebecken oberhalb des Tempelhofer Feldes in Kreuzberg.

Der Berliner Atelierbeauftragte Martin Schwegmann sieht den neuen Haushaltstitel als Chance. Er möchte diese Flächen untersuchen lassen und gegebenenfalls für »Atelierflächen plus« nutzen. In Allianzen sollen diese entwickelt werden, zum Beispiel mit sozialen Trägern oder auch Handwerkern. Als Bauten könnten ausgediente Container von Geflüchteten-Unterkünften genutzt werden, die das Land ansonsten verkaufen würde. »Es wurde schon bewiesen, dass das geht«, so Schwegmann. »Wir haben acht- bis zehntausend Bildende Künstlerinnen und Künstler in der Stadt, von der die Hälfte ein Atelier sucht.«

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