Ende eines Elendslagers

Die bosnischen Behörden haben das vielfach kritisierte Camp Vucjak geräumt. Die Flüchtlinge wurden umgesiedelt

  • Von Niklas Golitschek, Bihac
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Vučjak ist Geschichte. Rund ein halbes Jahr nach Eröffnung des Lagers bei Bihac an der bosnisch-kroatischen Grenze haben die Behörden die zuletzt rund 400 Menschen mit Bussen ins rund sieben Autostunden entfernte Aufnahmezentrum Ušivak nahe der Hauptstadt Sarajevo gebracht.

In der Vorwoche war in Bihac der erste Schnee gefallen. Vučjak, eine ehemalige Müllhalde, war seit der Eröffnung wegen katastrophaler hygienischer Zustände kritisiert worden. Ohne Strom, fließend Wasser oder sanitäre Anlagen waren die bis zu 800 Menschen auf die eigenen Überlebensinstinkte und auf Hilfsorganisationen angewiesen. In den kalten Wintertagen entfachten sie Lagefeuer innerhalb der Zelte, um etwas Wärme zu haben - die Gefahr des dabei entstehenden Rauches ignorierend. »Tiere und Menschen sind gleich in dieser Situation«, hatte der 29-jährige Waseer Ahmed im Gespräch mit dem »nd« in der vergangenen Woche gesagt.

Ušivak gilt unter Helfern und Flüc...


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