Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Senat begrüßt Kauf von Sozialwohnungen

Landeseigene Wohnungsgesellschaft Degewo erwirbt mehr als 2100 Quartiere vom Konzern Deutsche Wohnen

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

»Das ist eine gute Nachricht für die Mieterinnen und Mieter!« Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) begrüßt den Erwerb von mehr als 2100 Wohnungen für rund 360 Millionen Euro aus dem Bestand des privaten Konzerns Deutsche Wohnen durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo. »Berlin wird weiter Wohnungen kaufen«, kündigt Müller an. Der Regierende Bürgermeister hatte bereits zu Anfang des Jahres erklärt, dass er mit dem privaten Konzern über den Rückkauf ehemaliger Bestände des 2004 privatisierten Unternehmens GSW sprechen werde. Seinerzeit hatte das hoch verschuldete Land Berlin die »Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft« (GSW) mit rund 65000 Wohnungen für mehr als

400 Millionen Euro und die Übernahme von fast 1,6 Milliarden Euro Schulden an ein Konsortium von internationalen Fondsgesellschaften verscherbelt. Später gelangten die Wohnungen dann in den Besitz der Deutsche Wohnen.

Genossen gegen Genossen
Berliner LINKE diskutiert kontrovers die Anti-Mietendeckel-Kampagne der Genossenschaften

Zustimmung zu der jetzt erfolgten Rekommunalisierung der Wohnungen signalisiert auch Matthias Kollatz. »Dieser Weg ist skalierbar und kann deshalb auch in Zukunft weiter gegangen werden«, sagt der SPD-Finanzsenator. »Auch dieser Kauf findet ohne Zuschuss von Haushaltsmitteln statt.« Gemeint ist, dass die Degewo wie bereits die Gewobag vor Kurzem keine Steuermittel aus dem Haushalt benötigt, um die Kaufsumme aufzubringen. Für die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften gibt es verschiedene Möglichkeiten, Kredite aufzunehmen. Beispielsweise über Kredite gegen Immobilienversicherungen oder über die Ausgabe von Schuldscheinen, die auf den Finanzmärkten gehandelt werden. Als Rückkaufstrategie verfolgt Rot-Rot-Grün den Kurs, ehemalige oder noch in der Bindung befindliche Sozialwohnungen zu erwerben, in denen die Mieter preisgünstig leben. Durch den Ankauf können diese Mieten dauerhaft niedrig gehalten werden.

Bei dem nun abgeschlossenen Kauf ist eben genau dies der Fall. Bei den Liegenschaften der Deutsche Wohnen, die die kommunale Wohnungsbaugesellschaft gekauft hat, handelt es sich um drei Wohnquartiere mit jeweils 564 bis 930 Wohnungen in Lichterfelde, Spandau und Schöneberg. Von den Wohneinheiten, die zwischen den Jahren 1975 und 1993 errichtet wurden, sind zirka 80 Prozent mit Mitteln aus dem geförderten Wohnungsbau gebaut worden.

Obwohl über den Kauf bereits eine bindende Vereinbarung zwischen den Vertragspartnern unterzeichnet wurde, zieht sich die Übergabe allerdings noch etwas hin. Ab Herbst 2020 bis Anfang 2021 sollen die Wohnungen schrittweise in den Besitz der Degewo übergehen. Mit dann 75 000 Wohnungen ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft das größte der sechs landeseigenen Immobilienunternehmen in Berlin.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln