Arm, aber kreativ

Die serbische Universitätsstadt Novi Sad wird 2021 Europäische Kulturhauptstadt. Eine Chance, mehr nicht

  • Von Robert Stark
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Ein serbischer Akkordeonspieler und ein Lautenspieler in traditionellem ungarischen Kostüm verursachen einen unverdaulichen Musikbrei auf der Zmaj Jovina, Die Straße liegt genau neben der imposanten katholischen Kirche Maria Namen in der Altstadt. Häuser mit abgeplatztem Putz und vom Smog gefärbten Braunpastelltönen lehnen altersschwach an neuen Glaspalästen mit betonten, herausstehenden Stahlträgern. Zahlreiche Wechselstuben zeigen in roter Laufschrift unablässig den aktuellen Kurs von serbischem Dinar und Euro an. Einige Ortsansässige pflegen ihr Gehalt unverzüglich in Euro zu tauschen, um im Falle einer plötzlichen Abwertung des Dinar den Verlust ihrer Einkünfte in Grenzen zu halten.

An den Häuserwänden tobt ein Graffitikrieg zwischen Roten Sternen und rechtsextremen Keltenkreuzen; erstere scheinen die Oberhand zu behalten, sie sind weniger häufig übermalt. Die in Belgrad anzutreffenden »Kosovo-ist-unser«-Schriftzüge fehlen in ...


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